Schubert, Franz - Symphonie Nr. 8 C-Dur, D. 944 "Große C-Dur"

Im Winterhalbjahr 1838/39 machte sich der in Leipzig lebende Robert Schumann auf, die große Hauptstadt der Musik Wien zu besuchen. Am Neujahrstag nutzte er die Gelegenheit und suchte Franz Schuberts Bruder Ferdinand auf, um sich von diesem den musikalischen Nachlass des Komponisten präsentieren zu lassen. Schumann war schier außer sich: „Der Reichtum, der hier aufgehäuft lag, machte mich freudeschauernd; wo zuerst hingreifen, aufhören?“, erinnerte sich Schumann ein Jahr später in der von ihm herausgegebenen „Neuen Zeitschrift für Musik“. Mit Kennerblick studierte er vor allem das Wunderwerk des Verstorbenen, das Manuskript einer melodienreichen Großen Sinfonie.

Der 1797 unweit Wiens geborene Schubert wurde im Oktober 1808 als Sängerknabe in die Wiener Hofmusikkapelle und in das kaiserliche Konvikt aufgenommen, wo er neben dem Kompositionsunterricht (u. a. bei Antonio Salieri) vielfältige musikalische Anregung genoss. Im Oktober 1813 kehrte er in das elterliche Haus zurück (zu einer Zeit, in der er seine erste Sinfonie D-Dur komponierte) und wurde, nachdem er eine einjährige Lehrerbildungsanstalt besucht hatte, Ende 1814 Schulgehilfe seines Vaters. Das Komponieren aber ließ ihn nicht los. Binnen der nächsten gut zwei Jahre entstanden vier weitere Symphonien, vier Messen, drei Opern (sowie zwei unvollendet gebliebene Entwürfe), ebenso mehrere Streichquartette, kürzere Instrumentalwerke, und mehr als 170 Lieder von teilweise beträchtlicher Länge, von denen er manchmal mehrere pro Tag schrieb.

Aber es war eine schwere Zeit, denn Schubert hatte seine Lehrerstelle (und damit sein regelmäßiges Einkommen) Ende 1817 aufgegeben, öffentliche Auftritte brachten nichts ein und die Verleger interessierten sich (noch) nicht für seine Musik. Erst nach und nach - Schubert hatte seinen Freundeskreis kontinuierlich erweitert und sich über diesen allmählich einen Ruf als Liedkomponist erworben - erschienen erste Werke im Druck. Schubert aber schwebten Symphonien vor, solche wie Beethoven sie inzwischen komponierte. Eine 6. Symphonie entstand zwischen Oktober 1817 und Februar 1818, aber sie schien in eine Sackgasse zu führen. Die zwei weitere Symhonien (1818 und 1820) kamen über einen Entwurf nicht hinaus, die nächste im Jahre 1821 blieb Fragment und eine weitere im Jahre 1822 war so revolutionär, dass Schubert sie nach zwei voll durchorchestrierten Sätzen unvollendet in der Schublade verschwinden ließ.

 
Im Frühjahr 1824 schieb der schließlich an einen Freund: „Das Neueste in Wien ist, daß Beethoven ein Concert gibt, in welchem er seine neue Sinfonie [die 9.], drei Stücke aus der neuen Messe [die Missa solemnis] und eine neue Ouverture [die "Weihe des Hauses"] produciren läßt. Wenn Gott will, so bin ich auch gesonnen, künftiges Jahr ein ähnliches Concert zu geben.“ In einem anderen Brief an einen anderen Freund wurde er sogar konkreter: Seine große Sinfonie sollte in C-Dur stehen.

Schließlich war das große Werk fertig, und Schubert widmete es der Wiener Gesellschaft für Musikfreunde, die ihm dafür eine Ehrengabe von hundert Gulden überreichte. Der Eingang der Partitur wurde Ende des Jahres 1826 im Archivverzeichnis der Gesellschaft vermerkt, doch die Gesellschaft sah sich genötigt, auf die Symphonie zu verzichten, da sie zum größten Teil nur auf Laienmusiker zurückgreifen konnte und die Symphonie mit zu schwierigen Passagen gespickt war. Der Schöpfer erhielt sein opus zurück, der Traum von einem großen Konzert war ausgeträumt, auch wenn Schubert bis zum März 1828 noch weiter an der Symphonie feilte.

Erst Robert Schumann sollte gut 10 Jahre später dabei helfen, das Werk an die Öffentlichkeit zu bringen, denn dieser riet seinem Gastgeber, das Werk Mendelssohn Bartholdy anzuvertrauen, „dessen feinem Blicke ja kaum schüchtern aufknospende Schönheit entgeht, geschweige denn so offenkundige, meisterhaft strahlende.“ Ferdinand Schubert ging glücklicherweise auf den Vorschlag ein und übersandte eine Kopie nach Leipzig, wo das Werk „mit sehr rauschendem Beifall“ aufgenommen wurde: „Alle Musiker des Orchesters waren ergriffen und entzückt von dem vortrefflichen Werk.“ Das opus, das etwa fünfzig Minuten dauert, steckt laut Schumann voll „himmlischer Längen, wie ein dicker Roman in vier Bänden etwa von Jean Paul“. Besonders eine Passage im zweiten Satz hatte es ihm angetan: „…da wo ein Horn wie aus der Ferne ruft, das scheint mir aus anderen Sphären herabgekommen zu sein. Hier lauscht auch alles, als ob ein himmlischer Gast im Orchester herumschliche.“ Vielleicht war dieser himmlische Abgesandte Schubert, dem es zu Lebzeiten nicht vergönnt war, dieses mächtige Werk zu hören.


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